Weltraumschrott - Der Nikolai Amossow unter den Comics

Weltraumschrott ist ein gutes Wort, es beinhaltet zum einen das Wort "Weltraum", das seit jeher Projektionsfläche für Irreales und Phantastisches war und das Wort "Schrott", das seit jeher Platzhalter für Unbegreifliches, Dummes und schlecht Überlegtes war. Zusammen sind die beiden stark und ergeben außerdem ein zusammengesetztes Namenwort - Weltraumschrott! Das bedeutet soviel wie: Schrott, der im Weltraum ist.

In diesem Fall aber eher: Kommunikationsschrott, Wortmüll, Bilderdung, Gedankenhumus. Und schließlich und endlich so etwas wie ein Comic. Ein Webcomic. Hergestellt aus echtem Literaturschrott und virtuellem Gedankenweltraum. Dabei geht es meistens, wie es sich herausgestellt hat, um nützliche Erfindungen und technische Neuerungen, deren wahrer Segensgehalt für die Gemeinschaft sich erst nach dem dritten Humpen Metropolis Urbräu erschließt. Weltraumschrott ist grenzenloser Dystopismus, angesiedelt in einer längst vergangenen Zukunft. Weltraumschrott ist Retrofuturismus mit oder ohne Raumschiff, der Aufbruch in ein besseres Gestern.

Weltraumschrott ist ideologiefreier Oldie-Cyberpunk, monochromes Denken mit Zeitgeist nachkoloriert und Assoziationen aus dem Sub-Äther gestohlen. Weltraumschrott ist schon längst passiert.

Weltraumschrott erscheint von nun an keinesfalls Dienstags, selten Mittwochs und nur in Notsituationen Freitags.

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